Wahrheit

Im Zeitalter von „fake news“, postfaktischen Behauptungen, „Lügenpresse“ und sonstigen Zumutungen an den gesunden Menschenverstand sucht man nach Erklärungen für all den Unfug, der einem als endgültige Wahrheit verkauft wird. Wer verstehen will, warum etwa der Zuzug von hunderttausenden ungebildeten, unqualifizierten und unverschämt auftretenden Wirtschaftsflüchtlingen Deutschland gut tun soll, der muß sich mit der Gedankenwelt der Leute auseinandersetzen, die über ein geisteswissenschaftliches Studium auf ihre Sessel in Politik und Medien gekommen sind.

Zu den Säulenheiligen dieser Leute gehört ganz sicher Jürgen Habermas, der Haus- und Hofphilosoph der achtundsechziger Generation. Von ihm kann man zum Beispiel lernen, was Wahrheit ist. Natürlich ist das nicht die Wirklichkeit, also das was tatsächlich existiert und geschieht. Nein. Ich zitiere:

„Wahrheit nennen wir den Geltungsanspruch, den wir mit konstativen Sprechakten verbinden. Eine Aussage ist wahr, wenn der Geltungsanspruch der Sprechakte, mit denen wir, unter Verwendung von Sätzen, jene Aussage behaupten, berechtigt ist.“

Also ist wahr, was die jeweilige politische Absicht stützt. Zuwanderung bereichert die Gesellschaft, weil man Zuwanderung grundsätzlich will. Es ist eben berechtigt, Zuwanderung zu wollen, weil sie die Gesellschaft verändert, natürlich zum positiven. Zuwanderer  bringen Lebensweisen mit, die unsere Gesellschaft positiv verändern, wie etwa den Verzicht auf den Leistungsgedanken zu Gunsten der Solidarität. Die Phantasie linksgrüner Intellektueller ersetzt mittels der Habermas’schen Wahrheitsdefinition die Wirklichkeit durch den Wunsch. Wer also gegen unbegrenzte Zuwanderung argumentiert, leugnet die Wirklichkeit. Alles klar?

Ein Gedanke zu „Wahrheit

  1. Baumann

    Lieber Rainer,
    dankenswerterweise berichtest Du in Deinem letzten Beitrag wieder einmal kompetent– wie schon in vielen vorangegangenen Beiträgen – von den Dekadenzerscheinungen in Politik und Gesellschaft und begibst Dich damit dankenswerterweise auf „politisch-korrekt“ vermintes Gelände.
    Wertet man in diesem Kontext die jüngsten Äußerungen der sog. „Integrationsbeauftragten“ der Bundesregierung, Aydan Özoguz: eine deutsche Kultur jenseits der Sprache sei schlicht nicht identifizierbar, so kommt mir in Abwandlung des, Cato dem Älteren zugesprochenen Ausspruchs in den Sinn: „Germania delenda est“.
    Frage an die Historiker unter uns: War diese Forderung – „Germany must perish“ – nicht schon Ende des 19. Jahrhunderts, glaublich von den Briten und anschließend nach zwei verlorenen Weltkriegen von den Aliierten erhoben worden?!

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