Die in Deutschland gemäß Umfragen und jüngsten Wahlergebnissen bei weitem stärkste Partei musste 2013 gegründet werden, weil die Politik der bis dahin und leider auch noch heute das politische Geschehen bestimmenden Parteien so grundfalsch geworden war und auch bis heute geblieben ist, daß eine Alternative dazu gefunden werden musste. Die zu diesem Zwecke gegründete Partei bekam dann auch folgerichtig den Namensbestandteil Alternative. Sie bietet denn auch auf nahezu allen Politikfeldern Alternativen zur Politik der sogenannten Altparteien Union, Sozialdemokratie und Grüne an, die angesichts des beklagenswerten Zustandes unseres Landes, den eben diese Parteien über Jahrzehnte hinweg herbeigeführt haben, immer mehr Zustimmung des Wahlvolks finden. Weil sich Deutschland weiterhin auf einer abschüssigen Bahn befindet, wird die Alternative für Deutschland über kurz oder lang Regierungsverantwortung tragen, auch im Bund. Das sollte für die Strategen dieser Partei Grund genug sein, nunmehr auch die eigene Politik zu hinterfragen und zu überdenken. Was man als Opposition noch mit schneidigen Formulierungen unter dem Beifall seiner Anhänger fordern konnte, wird man in der Regierungsverantwortung häufig nicht durchsetzen können, angesichts der angetroffenen Probleme auch nicht mehr ungeschmälert wollen.
Die Politik gegenüber Russland
Populär, insbesondere in den östlichen Bundesländern, ist der Ruf nach einer völlig anderen Russlandpolitik, insbesondere nach einer Beendigung des Ukraine-Krieges. Es soll eben kein Geld mehr dafür aufgewendet werden, auf der anderen Seite sollen die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland normalisiert werden, also vor allem der wirtschaftliche Boykott des Landes beendet werden. Eine entsprechende Entschließung hat ja gerade eben der Landtag von Sachsen-Anhalt mit der großen Mehrheit von AfD und BSW getroffen. Dabei spielte offenbar keine Rolle, daß die Entscheidung über Krieg und Frieden ebenso wie über die außenwirtschaftlichen Beziehungen eindeutig Bundessache sind, also Entschließungen des Parlaments eines Bundeslandes dazu keine rechtlichen Auswirkungen haben können. Auch hat sich jüngst die Parteivorsitzende Weidel in dem Sinne geäußert, daß der Krieg einfach schon deswegen beendet werden müsse, weil die Ukraine zu schwach sei, den Krieg zu gewinnen. Auch müsse man die legitimen Sicherheitsinteressen Russlands berücksichtigen. Das verbreitete Argument lautet, ein weiteres Heranrücken der NATO und damit des weltpolitischen Konkurrenten USA an die Grenzen des Landes könne man den Russen nicht zumuten, zumindest sei es nicht klug, ein Land mit einer Bevölkerung von rund 40 Millionen Menschen, reichen Bodenschätzen und einer entwickelten Wirtschaft aus dem strategischen Vorfeld Russlands in den Westen zu überführen. Getragen werden diese Überlegungen insbesondere im rechten politischen Spektrum einerseits von einem naiven Pazifismus, der eben den Frieden dadurch herbeiführen will, daß man sich gegen einen militärischen Aggressor erst gar nicht verteidigt. Denn dann wird niemand in einem so vermiedenen Krieg sterben. Zum anderen steht dahinter ein auf der politischen Rechten teilweise zu verortender geradezu genetischer Antiamerikanismus, dem die politische, kulturelle und wirtschaftliche Dominanz der USA, auch in Europa, vor allem deswegen ein Dorn im Auge ist, weil sie zerstört, zumindest niederhält, was sich Deutschland mit Beendigung der Einigungskriege zu werden anschickte. Daß eine politische Neugründung auf der Rechten der Versuchung kaum widerstehen kann, eben diese Strömungen aufzugreifen, ist vielleicht verständlich. Wir wollen uns indessen nicht mit menschlichen Regungen wie Verständnis befassen, sondern wir wollen prüfen, ob eine derartige Politik für unser Land gut ist.
Die Grenzen der legitimen Verteidigung
Zunächst einmal ist es nicht nur legitim, sondern nach dem Völkerrecht unzweifelhaft legal, sich gegen einen militärischen Angriff auch militärisch zu verteidigen. Insbesondere unter Juristen, aber auch in der politischen Öffentlichkeit gibt es keinen Zweifel daran, daß Russland mit dem Angriff auf das Nachbarland am 24. Februar 2022 das Recht verletzt hat. Es gibt nicht den Hauch einer juristischen Begründung dafür, dieser Angriff sei vom Völkerrecht gedeckt. Insbesondere handelte es sich auch nicht um einen Präventivschlag, denn es gab zweifellos keine Angriffsvorbereitungen der Ukraine, insbesondere nicht die klassische Situation, daß der Angreifer bereits an der Grenze aufmarschiert ist und die Motoren der Kampfpanzer angeworfen worden sind. Ob die geopolitischen Interessen Russlands einen solchen Angriff rechtfertigten oder zumindest eine zu tolerierende Option der Großmacht waren, ist dabei völlig unerheblich. Das Verbot des Angriffskrieges in der UN-Charta ist eben eine rote Linie.
Der „gerechte Krieg“
Im Kriegsvölkerrecht wird von Alters her der zum Zwecke der Verteidigung gegen einen unrechtmäßigen Angriff geführte Krieg als Ausnahme vom generellen Verbot der Anwendung militärischer Gewalt zwischen den Staaten erlaubt, allerdings nur als ultima ratio. Das gilt dann auch für die Verteidigung im weiteren Sinne, etwa zur Rückgewinnung des vom Feind geraubten Landes, wie es der Jurist Hugo Grotius, der „Vater des Völkerrechts“ in seinem berühmten Werk aus dem Jahre 1625 „de jure belli ac pacis“ ausführt. Aber auch hier gilt für ihn der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz. Denn auch dieser „gerechte Krieg“ muß ohne unverhältnismäßige Verluste gewonnen werden können. Dieser Grundgedanke findet sich in den Glaubensgrundsätzen der christlichen Lehre ebenfalls.
Der Katechismus der Katholischen Kirche sagt dazu in Randnummer 2309 unter Berufung auf Augustinus: „Der Einsatz militärischer Gewalt ist sittlich gerechtfertigt, wenn die folgenden Bedingungen gleichzeitig gegeben sind: die Sicherheit, daß der erlittene Schaden dauerhaft und schwerwiegend ist; die Wirkungslosigkeit aller friedlichen Alternativen; ernsthafte Aussichten auf Erfolg; die Vermeidung von schlimmeren Schäden, auch in Anbetracht der Zerstörungskraft der modernen Waffen.“
An diesen Grundsätzen gemessen, erscheint die Verteidigung der Ukraine gegen den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands inzwischen nicht mehr zulässig, wenn sie denn das Ziel hat, die vom Feind besetzten Teile des Staatsgebiets wiederzugewinnen. Niemand glaubt ernsthaft, daß die Ukraine die Krim zurückerobern kann, ebenswenig erscheint es möglich, die seit Jahren von Russland besetzten Teile des Donbass wiederzugewinnen. Den status quo indessen wird sie wohl halten können, auch dank der Waffenlieferungen, vor allem der finanziellen Untestützng aus dem Westen. Auch die numerische Überlegenheit Russlands wird daran auch in Zukunft nichts ändern. Die Ukraine ist offenbar auch zunehmend in der Lage, Ziele tief im russischen Staatsgebiet zu bekämpfen und vor allem die militärisch wichtige Infrastruktur und Energieerzeugung zu schwächen. Indessen zeigt sich Russland davon bislang wenig beeindruckt oder gar zu Friedensverhandlungen gezwungen.
Der Ausgleich der Interessen
Das führt uns zu der Frage, was mit dem Ziel der Beendigung des Krieges in Friedensverhandlungen einzubringen ist. Dabei muß auch in den Blick genommen werden, welche realistischen Möglichkeiten Russland hat. Ersichtlich wird das Ziel des Angriffs nicht erreichbar sein, wenn es weiterhin darin besteht, die Staaatlichkeit der Ukraine zu beenden und sie vollständig in den russischen Herrschaftsbereich einzugliedern, und sei es nur als abhängigen Satellitenstaat wie Weißrussland. Putin hat das in seiner Ansprache an die russische Nation am Morgen des 24.2.2022 auch klar formuliert: „Um sie (die ethnischen Russen in der Ukraine, R.T.) zu schützen, streben wir die Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine an.“ Aus seiner Sicht „besteht das Problem darin, daß in Gebieten direkt an unseren Grenzen, Gebieten wohlgemerkt, die historisch zu uns gehören, ein uns feindlich gesinntes Anti-Russland geschaffen wird, das vollständig unter externer Kontrolle steht, in dem sich mehr und mehr NATO-Staaten festsetzen und das mit modernsten Waffen hochgerüstet wird.“. Die Ukraine ist demgemäß eigentlich historisch gesehen ein Teil Russlands. Das ist in der Tat nicht ganz falsch, denn über Jahrhunderte gehörte die Ukraine wenigstens in Teilen zu Russland. Die Ausführungen Putins benennen aber ganz klar das Ziel des Angriffs: die Ukraine muss zurück in den russischen Herrschaftsbereich. Dieses Kriegsziel kann indessen Russland ersichtlich nicht erreichen, wohl aber hat es gute Aussichten, die bisherigen Geländegewinne dauerhaft zu behalten. Damit ist aber bereits in Grundzügen skizziert, wie ein möglicher Friede gestaltet werden kann. Beide Seiten müssen zunächst einmal akzeptieren, daß ihre Kriegsziele nicht vollständig erreicht werden können. Das dürfte Russland leichter fallen als der Ukraine, insbesondere dann, wenn die westlichen Unterstützer der Ukraine bereit sind, auch Russland gewisse Sicherheitsgarantien zu gewähren, die im einzelnen natürlich noch nicht beschrieben werden können. Aber auch die Ukraine müsste gerade im Hinblick auf den oben beschriebenen Vverhältnismäßigkeitsgrundsatz des Kriegsvölkerrechts akzeptieren, daß sie große Teile ihres Staatsgebiets verloren hat. Allerdings mit im wesentlichen ethnisch russischer Bevölkerung. Das ist zwar bitter, jedoch Konsequenz jedes verlorenen Krieges. Deutschland hat in den beiden Weltkriegen erhebliche Teile seines Staatsgebiets und seiner Bevölkerung eingebüßt. Das ist historisch auch nicht unbgewöhnlich. Mexico hat im Krieg von 1846 bis 1848 weite Teile seines Staatsgebiets an den Aggressor USA verloren, nachdem diese bereits 1845 Texas annektiert hatten. Insgesamt betraf das rund 40 bis 50% seines Staatsgebiets, das nun die Bundesstaaten Kalifornien, Nevada, Utah, New Mexico, Arizona und Teile von Colorado und Wyoming umfaßt. Die Reihe kann man ad infinitum fortsetzen, in jüngerer Zeit etwa mit Annektion Tibets durch China. Wir haben das letztendlich in realistischer Beurteilung der Lage akzeptiert, ebenso wie Mexico 200 Jahre zuvor. Niemand denkt auch nur daran, etwa das Elsass oder Schlesien wieder in das deutsche Staatsgebiet einzugliedern. Natürlich hat auf der anderen Seite die Ukraine nicht nur das Recht, sondern es wird von Russland auch zu akzeptieren sein, daß sie sich politisch und wirtschaftlich dem Westen zuwendet. Das folgt aus dem Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Völker nach der UN-Charta. Auf der anderen Seite ist die NATO nicht verpflichtet, beitrittswillige Nationen in ihr Bündnis aufzunehmen, indessen berechtigt, ihnen Sicherheitsgarantien zu geben. Damit sind die Grundzüge einer anzustrebenden Nachkriegsordnung skizziert.
Das deutsche Interesse
Breiten Raum nimmt in der politischen Debatte die Frage ein, was in diesem Zusammenhang denn in deutschem Interesse ist und was nicht. Stichwort: Nicht unser Krieg. Das greift zu kurz. Natürlich ist es erst einmal Sache der Ukraine allein, ob sie sich gegen die Aggression des übermächtigen Nachbarn zur Wehr setzt und wie lange sie das tut. Indessen hat das natürlich wie nahezu alle weltpolitischen Bewegungen Auswirkungen auch auf unser Land. Denn angesichts des Zugewinns an militärischer Macht, den Russland denknotwendig haben würde, hätte es die Ukraine am Ende erobert, und hätte deswegen gewissermaßen die Hände frei für andere militärische Abenteuer. Auch wenn inzwischen der NATO Generalsekretär erklärt hat, mit einem Angriff Russlands auf die NATO insgesamt sei auch dann nicht zu rechnen, hätten wir dann in der Tat ein Problem. Denn Russland wäre dann zumindest in der Lage, das ein oder andere angrenzende Land, auch wenn es Mitglied der NATO sein sollte, anzugreifen. Das gilt fraglos für das Baltikum, aber auch etwa Moldawien im Süden oder Finnland im Norden. Auch die Slowakei in Mitteleuropa kann sich unvermittelt einem Angriff Russlands aus seinem neuen alten Bestandteil Ukraine ausgesetzt sehen, ebenso wie Rumänien. Ob dann jeweils die Beistandsklausel in Art. 5 des NATO Vertrages greifen würde, insbesondere die USA ihrer vertraglichen Verpflichtung nachkommen würden, wäre aus russischer Sicht eine interessante Frage, die man durchaus einmal praktisch stellen könnte. Es sollte an und für sich nicht strittig sein, daß es für die Notwendigkeit von Verteidigungsvorkehrungen nicht darauf ankommt, ob ein Staat wie etwa Russland konkret aggressive Absichten gegen einen oder mehrere andere Staaten hegt, sondern alleine darauf, ob ein solcher Staat die Fähigkeiten besitzt, mit Aussicht auf Erfolg anzugreifen. Der uralte Grundsatz „si vis pacem para bellum“ ist zeitlos und gilt natürlich auch heute. Das gilt ganz besonders für Russland, das jedenfalls in den letzten Jahren eine außerordentlich aggressive Außenpolitik betrieben hat, die eben vor dem Angriff auf andere Staaten nicht halt gemacht hat. Die Beispiele Tschetschenien, Georgien und natürlich Ukraine sprechen für sich, aber auch die wiederholten Drohungen gegenüber den baltischen Staaten, etwa betreffend die sogenannte Suwalki-Lücke. Es ist daher in der Tat notwendig, daß Deutschland ebenso wie andere NATO-Staaten seine Streitkräfte so vermehrt und so ausgerüstet, daß es zur Verteidigung seines Staatsgebiets ebenso wie zur Mitwirkung an der Verteidigung im Bündnisfall fähig wird. Nichts anderes bedeutet die Vokabel Kriegstüchtigkeit, die allerdings offenbar für Rechte wie Linke ein gehöriges Empörungspotenzial in sich trägt, und zu so dümmlichen Formulierungen wie Kriegstreiberei führt.
Kommen wir doch zurück auf Bismarck!
Offenbar träumen nicht wenige Rechte auch von einem unabhängigen, neutralen Deutschland. Insbesondere die politische, militärische und wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA ist ihnen ein Dorn im Auge. Eine weltpolitische Position wie sie das Reich Bismarcks noch hatte, müsste doch auch heute möglich sein. Das ist mehr als naiv. Ein Staat von der Größe Deutschlands kann schlechterdings eine solche Position nicht haben. Ein Blick auf das militärische, aber auch wirtschaftliche Potenzial der Großmächte USA, Russland und China sollte derartige Phantasien umgehend verschwinden lassen. Wir werden uns immer an einen der Großen anlehnen müssen. Praktisch haben wir insoweit nur die Wahl zwischen Russland und den USA. Aus historischen wie aktuellen politischen Erfahrungen heraus kann das Ergebnis dieser Prüfung nur sein, daß man das kleinere Übel wählen muss. Russland war im Verlaufe der Geschichte niemals wirklich ein Freund Deutschlands. Das wusste auch Bismarck sehr gut, der einmal gesagt haben soll, in seiner Jonglage mit fünf Kugeln sei Russland die problematischste. Wir müssen auch sehen, daß Russland nicht nur unter Putin, sondern schon aus geopolitischen Aspekten heraus immer anstrebt und anstreben muss, das mitteleuropäische Schwergewicht Deutschland in seinem Einflussbereich zu haben. Vor allem aber kann ein Vergleich der USA und Russlands nur das Ergebnis haben, daß in Russland eine politische Kultur vorherrscht, die durch die brutale Unterdrückung jeglicher demokratischen Regung gekennzeichnet ist. Die Vielzahl der Morde an Oppositionspolitikern wie Alexej Nawalny, Boris Nemzow, Anna Politkowskaja und vieler anderer ebenso wie die kaltblütige Beseitigung des Chefs der Söldnertruppe Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, können keinen Zweifel am Charakter dieses Systems lassen. Russland ist ja nicht einmal davor zurückgeschreckt am 23.8.2019 in Berlin einen tschetschenischen Politiker ermorden zu lassen. Soweit zum Respekt Putins vor dem Recht und der Souveränität Deutschlands. Da ist doch trotz aller Mängel den USA der Vorzug zu geben, auch im Hinblick auf Rechtsstaatlichkeit, vor allem aber der garantierten bürgerlichen Freiheiten. Natürlich kann man mit Recht über die Dekadenz des Westens klagen, etwa die gesellschaftspolitischen Torheiten wie die Gender-Ideologie, die wie so viele Absurditäten ihren Ursprung an den amerikanischen Universitäten hat. Deutschland hat sich in der Tat nicht von dieser Dekadenz abkoppeln können. Wer indessen den in Teilen tatsächlich fragwürdigen westlichen Kulturkreis gegen die russische Orthodoxie und Willkürherrschaft eintauscht, treibt buchstäblich den Teufel mit Beelzebub aus.
Eine sorgfältige Prüfung und Abwägung der deutschen Interessen kann nur dazu führen, sowohl eine – nicht einmal tatsächlich erreichbare – Neutralität als auch eine Annäherung an Russland auszuschließen. Der Verbleib im westlichen politischen System ist ungeachtet aller seiner Mängel eben ohne vernünftige Alternative. Das schließt ja nicht aus, stets Verbesserungen anzustreben und vielleicht auch teilweise zu erreichen. Das ist eben das vielzitierte Bohren dicker Bretter oder einfacher gesagt, Realpolitik statt haltloser Träumereien. Ebenso abzulehnen ist die kleinkindhafte Trotzhaltung der deutschen Politik gegenüber Russland, schon Vorgespräche zur Sondierung von Lösungsmöglichkeiten im Ukraine Konflikt zu verweigern. Die deutschen Politiker könnten sich da ein Beispiel an Papst Leo XIV. nehmen, der ja vor wenigen Tagen vom Krankenbett aus ein einschlägiges Telefongespräch mit Putin geführt hat, wenn auch leider ohne konkretes Ergebnis.
Diese Realpolitik sollte dann zum Beispiel beinhalten, auf die Ukraine in dem oben skizzierten Sinne einzuwirken, und ihr klarzumachen, daß Deutschland nicht auf viele Jahre hinaus viele Milliarden für die Ukraine ausgeben kann, ohne daß sich an der militärischen Lage wirklich etwas ändert, daß man vielmehr in der Führung des Landes einsehen muss, daß es ohne Gebietsabtretungen an Russland nicht zu einem Ende des Krieges kommen kann. Auf der anderen Seite muss deutsche Realpolitik auch bedeuten, Russland klarzumachen, daß man die Fähigkeit der Ukraine stärken kann, das russische Staatsgebiet empfindlich zu treffen, was natürlich auch nicht im Interesse Russlands sein kann. Natürlich bedeutet Realpolitik auch, die außenwirtschaftlichen Beziehungen zu Russland in erster Linie danach zu beurteilen, was den deutschen wirtschaftlichen Interessen dient. Dazu gehört ganz sicher auch die Diversifizierung der Energieversorgung, indem zu einem gewissen Teil Energie auch aus Russland eingeführt wird. Den Fehler, den Deutschland unter Schröder und Merkel gemacht hat, sich in der Energieversorgung maßgeblich von einem Lande allein, nämlich Russland, abhängig zu machen sollten wir nicht unter anderen Vorzeichen wiederholen.
Denken tut not
Die derzeitige Russland/Ukraine Politik der AfD erscheint ebenso unterkomplex wie die der Bundesregierung und ihrer politischen und medialen Unterstützer. Wir brauchen eine Alternative dazu, allerdings die richtige.

