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kritisch betrachtet

Warum betrachten Politik und Medien Pegida, aber auch die AfD, nahezu einhellig als „igitt!“? Die programmatischen Inhalte können es nicht sein, jedenfalls wenn man sachlich bleibt. Darüber lasse ich auch gerne mit mir reden. Der tiefere Grund liegt woanders. Die Etablierten können es nicht ertragen, daß ihnen die Deutungs- und Erklärungshoheit langsam entgleitet. Daß da plötzlich Außenseiter aus der Mitte der Gesellschaft, im Falle der AfD vorwiegend aus dem akademischen Bereich, dazu noch häufig Fleisch vom eigenen Fleische, Gehör und Gefolgschaft finden. Daß die Grundlinien ihrer Politik nicht mehr „alternativlos“ sind. Deswegen werden Pedida und AfD ungeachtet ihrer großen Unterschiede beide einfach als Schmutzkonkurrenz behandelt. Gegen Schmutz ist natürlich jedes Mittel recht, auch das schärfste, wenn es den Schmutz nur zuverlässig beseitigt. Wir werden sehen, an wem der Schmutz dann kleben bleibt.

19. Januar 2015

Kreta 2010

was noch zu sagen wäre…

Der Stammtisch im Bayerischen Fernsehen diskutiert natürlich darüber, wie man der Terrorgefahr aus dem islamistischen Bereich begegnen kann. Durchweg gescheite Beiträge wie der von Werner Schneyder, daß man auf muslimischer Seite erst mal damit anfangen muß, den eigenen Sprachgebrauch zu überdenken. Katholiken sprechen von „Andersgläubigen“, Muslime hingegen von „Ungläubigen“. Das ist natürlich eine qualitativer Unterschied. Andersgläubig ist ein neutrales, beschreibendes Wort für jemanden, der eben einer anderen Religion anhängt. Ungläubiger hingegen ist eine abwertende Vokabel für jemanden, der nicht der eigenen (alleinseligmachenden) Glaubensgemeinschaft angehört. Wer grenzt da eigentlich wen aus? Vergleicht man nun die Gesprächsbeiträge der Teilnehmer mit dem, was die „Pegida“- Demonstranten ausweislich ihres Manifests fordern und auch auf ihre Pappschilder schreiben, dann stellt man fest, daß das im großen und ganzen das gleiche ist, allerdings sprachlich nicht so elegant wie die Wortbeiträge von Politikern und Journalisten. Was verursacht also den offensichtlichen Haß der politisch-medialen Klasse gegen Pegida & Co? Offenbar hat man einfach Angst davor, daß sich außerhalb des eigenen Bereichs Bürger zu politischem Protest formieren und unter der „arbeitenden Bevölkerung“ immer mehr Anhänger finden; daß die Deutungshoheit aus ihren Händen schwindet; kurzum, das ist Schmutzkonkurrenz. Was macht man mit solchen Leuten in Deutschland? Klar, man erschlägt sie medial mit der Nazikeule. Klappt immer. Oder vielleicht doch nicht mehr?

18. Januar 2015